Robert Habeck

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Die offizielle Seite von Robert Habeck. Grüner Politiker, Umweltminister und stellv. Ministerpräsident in Schleswig Holstein, Schriftsteller und Publizist.

August 2017
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Was wir draus machen

Und wenn man uns abfällig „Gutmenschen“ entgegenschleudert, dann heben wir stolz den Kopf und sagen: Ja, weil wir dafür kämpfen, dass es besser wird.

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Geht doch. Weil es um was geht.

Es gäbe tausend Gründe zu verzagen: Trump und Putin, Le Pen und Wilders  und wie sie alle heißen. Ein Europa, das zerfällt. Die Demokratie, die Vertrauen verliert. Und uns Grünen weht der Wind eh voll entgegen, also lieber Schotten dicht, einigeln, klein machen, Dötz in die Deckung….

Das Unmögliche möglich machen

Aber: Die letzten 24 Stunden sind der Beweis des Gegenteils. Sie zeigen, dass sich Mut, Kampfgeist und Zuversicht lohnen. Sie zeigen, dass gewinnt, wer für etwas brennt und sich was traut. Sie zeigen, dass man das Unmögliche möglich machen kann. Wenn man es will. Und sie zeigen es doppelt:

Dem Trend trotzen

Gestern Abend, die Nachricht aus den Niederlanden: Jesse Klaver von GroenLinks hat die Wahl gerockt. Er hat dem Zeitgeist des Immer-weiter-nach rechts-rücken getrotzt. Er ist angetreten für mehr Erneuerbare Energie, für mehr Flüchtlinge-Aufnehmen, für mehr sozialen Zusammenhalt, für Gerechtigkeit und Freiheit und Solidarität. Er hat Wilders und Co ein linkes progressives Programm und den Willen zur Veränderung entgegengehalten. All das, was andere verächtlich machen, hat er mit Stolz vor sich hergetragen.

Und dann heute: die erste Umfrage in Schleswig-Holstein seit Jahresbeginn, die ich mit einem zugegeben etwas mulmigen Gefühl erwartete (ich weiß, man soll als Politiker ja nichts auf Umfragen geben, tut ja auch keiner J): Würden wir schaffen, wofür wir gekämpft haben: uns abzukoppeln vom Negativ-Sog und sichtbar werden mit dem, wofür wir stehen und was wir sind: selbstbewusst, eigenständig, die progressive Kraft der linken Mitte im Norden? 14 Prozent. Ja, wir können es!

Wir pfeifen auf den Abgesang

Lasst uns diese 24 Stunden als Ansporn nehmen, weiterzumachen. Auch wenn noch so viele schreiben, die Zeit und die Themen der Grünen seien vorbei: Darauf pfeifen wir. Denn es ist genau andersrum: Das, wofür wir gegründet wurden, wird dringender denn je gebraucht. Wir sind die Partei der Moderne, der Humanität und des Zusammenhalts. Wir sind diejenigen, die sich um das Zusammenwachsen der Gesellschaft kümmern, mit Flüchtlingen, mit Zuwanderern – hier im Land. Wir sind diejenigen, die für mehr Polizei und die Garantie von Freiheitsrechten sorgen. Wir sind diejenigen, die mit Energiewende und Klimaschutz einer modernen Wirtschaft und neuen Arbeitsplätzen den Weg bereiten – hier im Land. Wir sind diejenigen, die mit einer anderen Agrarpolitik für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen kämpfen – hier im Land.

Wir trauen uns zu sagen: Das geschieht aus Verantwortung, für die Menschen hier, aber eben nicht nur hier. Wir denken über die Grenzen hinaus, unsere Politik stellt die Zusammenhänge her. Klimaschutz, Ernährung und Sicherheitspolitik gehören zusammen. Und wenn man uns abfällig „Gutmenschen“ entgegenschleudert, dann heben wir stolz den Kopf und sagen: Ja, weil wir dafür kämpfen, dass es besser wird.

24 gute Stunden– und weiter geht es. Wir drehen das. Dies ist unsere Zeit. Und hier und in diesen Wahlkämpfen entscheidet sich, was wir draus machen.